"Darum singe ich jetzt auch noch!" - Hugh Laurie über sein erstes Blues-Album
06.05.2011, 21:00 Uhr

Hugh Laurie, Cover zum Album Let Them Talk, Warner Music Group

Hugh Laurie, Cover zum Album Let Them Talk, Warner Music Group

Die meisten kennen Schauspieler Hugh Laurie (51) als zynischen und miesepetrigen TV-Arzt Dr. House in der gleichnamigen TV-Serie. Zwar greift Hugh Laurie auch in dieser Rolle gerne mal in die Tasten, doch die wenigsten wissen, dass der Schauspieler leidenschaftlicher Hobby-Musiker ist. Seit dem 29. April steht sein erstes Blues-Album "Let Them Talk" in den Regalen der Plattenhändler.

"Let Them Talk“: Hommage an New Orleans
Seit seiner Kindheit hegt Hugh Laurie seine Leidenschaft für den New Orleans-Blues. Mit sechs Jahren nahm er Klavierunterricht und kämpfte sich durch das Unterrichtsbuch für Anfänger - nur um endlich "Swanee River" von Stephen Foster spielen zu lernen.

"Es kam also der Tag an dem Mrs. Hare [die Klavierlehrerin, Anm. d. Red.] die Seite mit "Swanee River" aufschlug und - während sie durch den Brillen-Kneifer spähte, den ich mir 45 Jahre später für sie herbei fantasiert habe und ihre haarige Lippe krauszog - den Untertitel laut vorlas: "’Negro Spiritual - Leicht verkürzt.’ - Du lieber Himmel, nein...!!" wobei sie hektisch zu "Le Tigre Et L’Elephant" oder einem ähnlich unheiligen Albtraum umblätterte und meine Beziehung zum formellem Musikunterricht ein jähes Ende fand."

Dem Klavierspielen blieb Hugh Laurie jedoch treu und die Leidenschaft für den Blues blieb. "Einen Tages lief dann ein Song im Radio - ziemlich sicher war es "I Can’t Quit You Baby" von Willie Dixon - und mein ganzes Leben änderte sich. Seitdem bringt mich der Blues zum Lachen, zum Weinen, zum Tanzen."

Für "Let Them Talk" spielte er das gesamte Piano selbst ein. Inspirieren ließ sich Hugh Laurie u.a. von Ry Cooders "Buena Vista Social Club" und T-Bone Burnetts Soundtrack zu "O Brother, Where Art Thou?". Das Album vereint bekannte Rhythmen und Blues-Legenden - und die größten New-Orleans-Blues-Songs der letzten 100 Jahre, die Hugh Laurie einfühlsam und charismatisch interpretiert.

Produziert wurde die Scheibe von Blueslegende und Grammy-Gewinner Joe Henry. Als Gastmusiker und -sänger sind zu hören Irma Thomas, die "Queen of New Orleans", Blues-Piano- und -Bläser-Supremo Allen Toussaint, Vocal-Legende Sir Tom Jones und Dr. John.


Hugh Lauries "Blues-Berechtigung"
Die meisten Blues-Musiker haben eine schwarze Hautfarbe und können auf ein bewegtes Leben zurückblicken, was ihnen erst ermöglicht den Blues zu spielen. Ein Vorurteil, mit dem Hugh Laurie aufräumen will: "Ich wurde nicht in den 1890ern in Alabama geboren. Ihr könnt das jetzt ruhig wissen. Ich habe nie Schrot gefressen, nie eine Ernte eingetragen oder bin in einem Eisenbahn-Güterwaggon gefahren. Keine Zigeunerfrau hat etwas zu meiner Mutter gesagt, als ich geboren wurde, und mir ist kein Höllenhund auf den Fersen..., jedenfalls soweit ich das momentan sagen kann. Mit diesem Album werde ich zeigen, dass ich ein weißer Mittelklasse-Engländer bin, der ganz öffentlich in die Musik und den Mythos des amerikanischen Südens einbricht."

Wenn jedoch nur diejenigen Blues-Musik machen, die aufgrund ihrer Lebenssituation dafür prädestiniert sind, wäre dies der Tod des Blues, behauptet Hugh Laurie. "Ich konnte es nie ertragen, dass diese Musik in einem Glasschrank mit dem Warnhinweis "Kultur: nur für ältere, farbige Männer" weggesperrt wird. Das wäre das Grab für den Blues und für so ziemlich alles andere; Shakespeare wird nur im Globe aufgeführt, Bach nur noch von Deutschen in Strumpfhosen gespielt. Das ist Formaldehyd, und ich bete, dass Lead Belly nie tot genug sein wird, um das zuzulassen.

Das ist also meine Blues-Berechtigung: Ich liebe diese Musik, so authentisch, wie ich es nur kann, und ich will, dass ihr sie auch liebt. Wenn ihr nur ein Tausendstel von dem Vergnügen abbekommt, das sie mir bereitet, sind wir allen anderen weit voraus."

TV-Special zum Release von "Let them Talk"
Die Veröffentlichung von "Let Them Talk" wird begleitet von diversen Liveshows in London, Paris und Berlin. Außerdem drehte Hugh Laurie ein TV-Special, in dem der Schauspieler seine Zuschauer auf eine musikalische Reise nach New Orleans mitnimmt. Gezeigt werden zusätzlich die Performances von Hugh Laurie und seiner Band mit Gästen in den Kingsway Studios im French Quarter.

"Let Them Talk" erschien am 29. April 2011 bei Warner Music und ist in jedem gut sortierten Plattenladen erhältlich.

Tracklist von "Let Them Talk" (Originalkünstler in Klammern)
1) St. James Infirmary (Louis Armstrong / Snooks Eaglin)
2) You Don’t Know My Mind (Lead Belly)
3) Buddy Bolden’s Blues (Jelly Roll Morton)
4) The Whale Has Swallowed Me (J.B.Lenoir)
5) John Henry (Memphis Slim / Snooks Eaglin)
6) They’re Red Hot (Robert Johnson)
7) Six Cold Feet (Leroy Carr)
8) Joshua Fit The Battle Of Jericho (Sister Rosetta Tharp)
9) After You’ve Gone (Bessie Smith /Fats Waller)
10) Swanee River (Ray Charles / Dr. John)
11) Police Dog Blues (Blind Blake)
12) Tipitina (Professor Longhair)
13) Whining Boy Blues (Jelly Roll Morton)
14) Baby, Please Make A Change (Mississippi Sheiks)
15) Let Them Talk (James Booker)

Bonus Tracks
Guess I’m A Fool (Memphis Slim)
It Ain’t Necessarily So (Louis Armstrong)
Low Down, Worried and Blue (Dr. John)




 

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